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Kopf eines Dahomey


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Objektbeschreibung

1927 kaufte das preußische Kultusministerium den fast lebensgroßen Kopf an und stellte ihn später in seinem Zeichensaal auf. Die Ausarbeitung zeigt eine stereotype Sichtweise: Die üppigen Lippen der Figur ragen im Profil über das Kinn hinaus; die Nase ist breit und flach gestaltet unter schmalen Augen und einer fliehenden Stirn. 1927 wurde der Kopf mit ähnlichen, heute verschollenen Plastiken der Künstlerin in der Berliner „Juryfreien Kunstschau“ ausgestellt. Welches Interesse Wolff mit ihnen verfolgte, ist nicht überliefert. Über eine Reise der Künstlerin nach Westafrika oder eine Begegnung mit Menschen afrikanischer Herkunft gibt es keine Information. Auch über die Malerin und Bildhauerin selbst ist wenig bekannt. Sie war mit Käthe Kollwitz befreundet, lebte vor dem Ersten Weltkrieg in Paris und stellte mit der Berliner Secession aus. 1932 versuchte Kollwitz, mehrere Arbeiten Wolffs an die Nationalgalerie zu vermitteln. Sie wurden abgelehnt mit der Begründung: „Die Werke der Bildhauerin scheinen für die Galerie nicht wichtig genug“ (Beratungen des Sachverständigen-Ausschusses der National-Galerie am 29.8.1932, Abschrift, S. 5, SMB-ZA, I/NG 476, Bl. 485). Wegen ihrer jüdischen Wurzeln wurde Wolff nach der nationalsozialistischen Machtübernahme aus dem Verein der Berliner Künstlerinnen ausgeschlossen. Der schlechte Zustand des Kopfes ist vermutlich auf den Zweiten Weltkrieg zurückzuführen: Er wurde nach Kriegsende auf einem Schrottplatz geborgen und später der Nationalgalerie übergeben. Es ist wohl die 1927 angekaufte Skulptur, doch der Zeitpunkt ihrer Entfernung aus dem Ministerium bleibt ungewiss. | Emily Joyce Evans