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Objektbeschreibung

Die „Tänzerin“ gehört zu den frühesten Werken, welche die 1888 im schlesischen Glatz (heute Kłodzko) geborene Renée (Renate Alice) Sintenis geschaffen hat. Aufgewachsen in Neuruppin, Stuttgart und Berlin, hatte die junge Frau 1907 ihr Studium der Bildhauerei an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums aufgenommen. Dort besuchte sie die Klasse für „Dekorative Plastik“ bei Wilhelm Haverkamp, der sie in bildhauerischen Techniken, dem Modellieren und Arbeiten in Ton und Gips sowie im Gerüstbau unterwies – Fertigkeiten, die ihr später beim Formen ihrer Tierplastiken helfen sollten, wie sie 1931 in einem Interview bemerkte (in: Ada Schmidt-Beil, Die Kultur der Frau, Berlin 1931, S. 278 f.). Ansonsten maß sie ihrem Studium keinen großen Stellenwert bei, vielmehr scheint sie einen regelrechten Widerwillen dagegen entwickelt zu haben, dort „‚Neptungötter‘ beinahe bis zur Decke und riesengroße Statuen“ schaffen zu müssen (ebd.). Schließlich gab sie ihr Kunststudium noch vor ihrem Abschluss aus finanziellen Gründen auf. Statt, wie vom Vater gewünscht, als Stenotypistin zu arbeiten, stand sie um 1910 dem Bildhauer Georg Kolbe Modell. Dieser hatte um 1911/1912 unter anderem seine bekannte „Tänzerin“ (B I 317) geschaffen. Möglicherweise war es also Kolbe, der Sintenis zu ihren ersten eigenen weiblichen Akt- und Tanzfiguren anregte, mit denen sie um 1913 ihre künstlerische Karriere begann. Auch ihre „Tänzerin“ gehört zu dieser frühen Gruppe, in der sich die junge Bildhauerin mit unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten und Posen sowie dem gestischen Ausdruck in der Gestaltung weiblicher Figuren auseinandersetzte. | Maike Steinkamp