Cecile Aubry und Michel Auclair in "Manon" (1948)
Objektbeschreibung
Ab etwa 1980 konzentrierte sich Hahn auf die Malerei und bildete nun vor allem Paare in klassischen Haltungen aus Spielfilmen ab. Er malte die Filmstars vor monochromem Hintergrund und häufig überlebensgroß. Vor allem die schwarz-weißen Vorlagen gaben ihm die Möglichkeit, seiner gestalterischen Fantasie freien Lauf zu lassen und den Mythos der Figuren herauszuarbeiten. Durch die Farbigkeit steigerte er das Fiktionale der Darstellung und arbeitete den Glamour als Essenz der Schauspieler*innen heraus. Die wesentlichen Elemente seiner Gemälde wie auch seiner Zeichnungen sind geschlechtsspezifisch und klischeehaft, hervorgehoben durch die Farbe. So sind in dem Gemälde „Cecilie Aubry und Michel Auclair in ‚Manon‘“ die Lippen hellrot, Aubrys Haare sehr auffällig dunkelgrün und blond. Die Verfremdung der Filmstills steigerte Hahn seit 1979 in einigen Bildern noch, indem er durch Farbtupfer auf dem fertigen Gemälde eine Art zusätzliche Schicht einfügte und so noch größere Distanz zwischen den dargestellten Figuren als Illusion des Films und den Betrachtenden schuf. | Sarah Hampel