Metall-Skulptur 17
Objektbeschreibung
Džamonja gehörte zur ersten Nachkriegsgeneration jugoslawischer Bildhauer*innen, die ihre künstlerische Arbeit in einer Zeit radikaler Veränderungen in der nationalen Politik und Kultur begannen. Nach dem Bruch mit der Sowjetunion im Jahr 1948 wurde der Sozialistische Realismus Anfang der 1950er-Jahre aufgegeben, sodass die jugoslawischen Künstler*innen freier nach einem eigenen Ausdruck suchen konnten. Von den zahlreichen internationalen Ausstellungen, die Anfang der 1950er-Jahre in Jugoslawien stattfanden, war die bedeutendste für die Entwicklung der Bildhauerei eine Retrospektive von Henry Moore, die 1955 in Belgrad, Zagreb und Ljubljana zu sehen war. Ende des Jahrzehnts führte Džamonja überdimensionierte Nägel als künstlerisches Material ein. Dieses serielle Industrieprodukt wurde zu einem Hauptelement seiner Werke. Er stellte seine Skulpturen, darunter auch „Metall-Skulptur 17“, in zwei Phasen her: Zunächst trieb er die Nägel in einen Holzkern und verschmolz die Köpfe mit einem Schweißbrenner, wodurch eine raue, unebene und dunkle Oberfläche entstand. Dann brannte er das Holz weg, um Licht eindringen zu lassen und die innere Struktur des verbleibenden Körpers freizulegen. In dramatischem Kontrast von Licht und Schatten werden die Grenzen zwischen dem äußeren und dem inneren Raum aufgehoben. Die erste Serie von acht Skulpturen, die nach dieser Methode entstanden, wurde 1960 in die Auswahl für den jugoslawischen Pavillon auf der Biennale in Venedig aufgenommen, eine davon wurde für die Sammlung des Museum of Modern Art in New York erworben. | Svetlana Jevtovich Montua