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Abend am Untersee


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Objektbeschreibung

Als „Maler und Holzfäller“ wurde der Autodidakt Dietrich Ende der 1920er-Jahre bekannt (Margot Riess, Der Maler und Holzfäller Adolf Dietrich, Berlin 1927). Der Sohn eines Kleinbauern war in Berlingen am schweizerischen Ufer des Untersees geboren worden. 1913 wurden seine Werke im Wessenberghaus in Konstanz erstmals ausgestellt, 1917 in der Münchner Galerie Hans Goltz. Mit Vorliebe malte Dietrich zu wechselnden Tages- und Jahreszeiten Aussichten hinaus auf den See (vgl. „Untersee im Winter“, A IV 186). „Abend am Untersee“ zeigt den Blick von Berlingen hinüber zur Halbinsel Höri, auf der sich die Silhouette der katholischen Pfarrkirche St. Johann in Horn gegen den Abendhimmel abzeichnet. Angeschnitten im Vordergrund sind Holzpfähle und Kaimauer zu sehen, deren dunkle Schatten sich über das Wasser legen. Die tief hängenden Wolken in der oberen Bildhälfte werden dramatisch vom Abendrot gefärbt. Dass „in deren schweren, dunklen Zusammenballung[en] die unheimliche Spannung dieses schicksalhaften Jahres unmittelbar Ausdruck findet“, wie der Schweizer Rezensent der „Thurgauer Zeitung“ Karl Hoenn 1932 im Rückblick meinte (zit. nach Adolf Dietrich und die Neue Sachlichkeit in Deutschland, Ausst.-Kat., Winterthur/Oldenburg, 1994, S. 186), lässt sich nicht belegen, denn Dietrich malte dasselbe Motiv auch 1917 („Rote Abendwolken über dem See“) und 1932 („Abendstimmung am Untersee“; beide Kunstmuseum Winterthur). | Dieter Scholz