Stillleben mit Plastik
Objektbeschreibung
1976 hatte Böhme in der Galerie am Prater in Berlin-Prenzlauer Berg seine erste Einzelausstellung. Außerdem erwarb die Nationalgalerie (Ost) als erstes Bild von ihm „Stillleben mit Plastik“, das im selben Jahr entstanden war. Darauf fügt sich der Tisch an die schmale Wand zwischen zwei Raumecken ein. Winkel sind ein wiederkehrendes Element bei Böhme. Das Raumgefühl ist in diesem Stillleben stärker als in anderen Werken des Künstlers, da die Tischplatte nicht so stark aufgerichtet ist wie in einigen anderen Arbeiten. Es dominieren Erdtöne, die Pinselstriche sind deutlich erkennbar. Durch die Strichführung zwischen den Objekten werden sie in Beziehung zueinander gestellt, Leerräume werden zu Spannungsfeldern. Nach Ansicht von Roland März ließ Böhme damit die scheinbar toten Gegenstände von innen heraus lebendig werden. Zwar seien sie in ihrer Materialität irdisch, verdeutlichten aber gleichzeitig Böhmes Drang – und hier zitiert März Paul Klee – „die Dinge ins Jenseitige zu rücken“ (Lothar Böhme. Der Maler und sein Motiv, Staatliche Museen zu Berlin 1982, S. 2). | Sarah Hampel