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Objektbeschreibung

Dieses Werk von Alfred Otto Wolfgang Schulze, genannt Wols, gehört zu den etwa hundert Ölgemälden, die der Autodidakt in seinem kurzen Leben geschaffen hat. Seine Gemälde gelten als wegweisend für die informelle Malerei, eine in den 1950er-Jahren aufkommende Ausprägung der Abstraktion, die Spontaneität, Materialität und den Malprozess über tradierte Kunstparadigmen wie Schönheit, Form, Raum und Ästhetik stellte. Innerhalb seines umfangreichen künstlerischen Werks, das neben der Malerei auch mehrere Tausend Fotografien, Aquarelle und druckgrafische Arbeiten umfasst, machen die Gemälde nur einen kleinen Teil aus. Sie entstanden in einer frenetischen Schaffensphase nach dem Zweiten Weltkrieg, die von Alkohol- und Drogenkonsum begleitet war. In diesen Jahren lebte Wols, der während des Krieges als deutscher Emigrant im Süden Frankreichs interniert gewesen war, wieder in Paris. Zu den ersten bedeutenden Gemälden zählt das quadratische Bild „Peinture“ (Malerei), das sich durch seinen auffällig gestischen Farbauftrag und seine zwischen Abstraktion und Figuration schwebende Komposition auszeichnet. Die Bildstruktur wird geprägt von einer dunklen vertikalen Form aus schwarzen, roten und weißen Elementen vor einem hellvioletten Hintergrund. Unbestimmt und sich nach oben erweiternd, wirkt sie wie eine Öffnung. Sie erscheint fleischig, erotisch und abgründig und lässt zahlreiche Assoziationen zu. | Catherine Nichols