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Madame R. G., Abgeordnete der französischen Nationalversammlung


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Objektbeschreibung

Mit „Madame R.G., Abgeordnete der französischen Nationalversammlung“ setzte Lingner der kommunistischen Widerstandskämpferin Rose Guérin (1915–1998) ein Denkmal, die das KZ Ravensbrück überlebte und 1947 als erste weibliche Abgeordnete für die Kommunistische Partei in die französische Nationalversammlung gewählt wurde. Guérin berichtete, dass Lingner, der seit 1928 in Paris lebte, zu dieser Zeit oft zeichnend in der Nationalversammlung saß (vgl. Gabriele Endert-Reinhardt: Frauen in Max Lingners Werk, in: Jahrbuch für die Frau. Leipzig, 1982, S. 46). Das Gemälde könnte somit auf dort entstandenen Skizzen basieren. Wie bereits in seinem bekannten Werk „Mademoiselle Yvonne“ (A III 235) zeigt der Künstler auch hier eine elegante und zugleich kämpferische Person, die sich den Antifaschismus zur Lebensaufgabe gemacht hat. Die für Lingner typische Geschlossenheit der Flächen sowie der sparsame Farbeinsatz evozieren geordnete Harmonie. Zugleich resultiert aus der Reduktion auf wenige, markant geschwungene Linien das Porträt einer Frau, die unmittelbare, kraftvolle Lebendigkeit ausstrahlt. „Madame R.G.“ war Teil der 40 Werke umfassenden „Schenkung an das Deutsche Volk“, die Max Lingner bei seiner Rückkehr nach Deutschland im Frühsommer 1949 dem Präsidenten des Deutschen Volksrates, Wilhelm Pieck, überreichte. 1952 übereignete die staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR das Konvolut der Nationalgalerie (Ost). | Hannes Fallenstein