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Hirschbrunft im Wilden Kaiser


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Objektbeschreibung

„Hirschbrunft im Wilden Kaiser“ gehört zu Jorns sogenannten „Modifications“, einer verspielten Serie, die er 1959 als offenkundige Kritik an der Kommerzialisierung der Kunst begann. Jorn erwarb sentimentale Landschaften und Genrebilder – meist Werke aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – auf Flohmärkten und in Trödelläden. Diese konventionellen, oftmals kitschigen Bilder mit ihrer glatten Malweise und nostalgischen Motiven dienten ihm als Ausgangsmaterial für ironische Eingriffe. Durch das Übermalen mit grotesken, monströsen Figuren und dynamischen Pinselstrichen verwandelte Jorn die idyllischen Szenen in surreale Spektakel. Seine Übermalungen verstand er gleichermaßen als Hommage und Subversion. Er feierte den sentimentalen Charme des Kitschs, während er dessen künstlerischen Anspruch hinterfragte. Jorn selbst bezeichnete seine Modifikationen anlässlich ihrer Erstpräsentation in der Pariser Galerie Rive Gauche im Jahr 1959 als „geopferte Malerei“ und verglich sie mit medizinischen Experimenten und öffentlichen Ritualen der Zerstörung und Erneuerung (R. A. Augustinci présente vingt peintures modifiées par Asger Jorn: Galerie Rive Gauche […], Paris 1959, o. S.). In „Hirschbrunft im Wilden Kaiser“ stören grobe, dynamische Pinselstriche und kräftige, expressive Farben wie Blau, Rot, Gelb und Schwarz die Harmonie der idyllischen Alpenlandschaft in der linken Bildhälfte, während die rechte Seite mit den friedlichen Tieren weitgehend unberührt bleibt. | Catherine Nichols