Homme vu par une fleur
Objektbeschreibung
In seinem Schaffen nutzte Arp ein reduziertes Formenvokabular, welches er in immer neue Gestalt- und Sinnzusammenhänge stellte. Dabei ging es dem Künstler stets – auch im Rückgriff auf scheinbar bekannte Objekte – nie um das abstrahierende Abbild, sondern eine vom Objekt unabhängige, autonome Form. Arp selbst äußerte sich folgendermaßen: „Wir wollen nicht die Natur nachahmen. Wir wollen nicht abbilden, wir wollen bilden. Wir wollen bilden, wie die Pflanze ihre Frucht bildet, und nicht abbilden. Wir wollen unmittelbar und nicht mittelbar bilden.“ (Konkrete Kunst [1944], in: ders., Unsern täglichen Traum, Zürich 1955, S. 79–83, S. 79) Gleich den Wachstumsprozessen der Natur war der Schaffensprozess für Arp nie abgeschlossen, immer bergen seine Arbeiten auch die Möglichkeit zur weiteren Entwicklung oder Variation. Deutlich wird dies in der kleinformatigen Plastik „Mensch, von einer Blume betrachtet“, die allein schon durch ihren Titel zu einem Perspektivwechsel einlädt. Dieser wird durch die Möglichkeit der ständigen Verwandlung unterstützt, ist die Skulptur doch variabel aufstellbar, wodurch sie immer wieder ein anderes Aussehen annimmt. „Homme vu par une fleur“ wurde in einer Auflage von circa 400 Exemplaren gegossen und an die Leihgeber*innen des Kunstpavillons der Weltausstellung in Brüssel 1958 verschenkt. Ein Exemplar ging an Leopold Reidemeister, den damaligen Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, der das Stück 1965 der Nationalgalerie als Geschenk übergab. | Maike Steinkamp