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Bildnis eines Industriellen


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Objektbeschreibung

Bodinis Bronzefiguren der 1960er-Jahre waren, abgesehen von den Porträtbüsten, geprägt von ihrer ausgezehrten Erscheinung und den langen Extremitäten. Ab 1970 wandte er sich geometrisch abstrahierten Formen zu, wie sie an „Pontifex IX“ (NG 36/72) zu erkennen sind. Erstmals verwendete er diesen Stil für die Darstellung einer Taube in seinem Hauptwerk, der Holzfigur „Bildnis eines Papstes“ (1968; Vatikanische Museen). Als Konsequenz aus der Arbeit mit dem Werkstoff Holz und dessen Eigenschaften strebte Bodini nun auch in seinen Bronzen nach klareren Formen. Hagere Figuren wichen glatten, volleren Körpern, in denen er geometrische Formensprache und organische Rundungen verband. Nicht selten löste er dabei Hände und Gliedmaßen vom Torso oder platzierte sie an anatomisch irritierenden Stellen. Zugleich intensivierte er auch die Arbeit mit Marmor und schuf damit ab den 1980er-Jahren großformatige Werke für den öffentlichen und sakralen Raum. Geschwungene Furchen, die man an seinen Marmorskulpturen erkennen kann, durchziehen bereits die Oberflächen seiner Bronzen und erzeugen auch die maschinelle Ästhetik dieser Arbeit. Die Figur des Industriellen erscheint wie aus mechanischen Fragmenten zusammengesetzt. Während sie mit der rechten Hand Geld verteilt, hält sie die Linke fordernd geöffnet. Die zweite von drei 1973 gegossenen Fassungen befindet sich seit 1976 in der Sammlung der Nationalgalerie. Bodini selbst schenkte sie dem Haus für die Ausstellung „Freunde danken Werner Haftmann“. | Tizian Holzbach