Polizeiterror
Objektbeschreibung
Als „Ausschnitt täglicher Erlebnisse, in dem die Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital enorm angewachsen waren und alle gegnerischen Bestrebungen mit Gewalt niedergehalten wurden“ beschrieb Rossig rückblickend sein vorliegendes Bild in einem Brief an Willi Geismeier (vom 15.5.1967, SMB-ZA, II A/NG 279, Bl. 43), den damaligen Direktor der Nationalgalerie (Ost), der das Werk 1967 angekauft hatte. Der Erwerb jener Darstellung, die eine versuchte gewaltsame Niederschlagung einer kommunistischen Demonstration durch die Polizei zeigt, fügte sich in das sammlungspolitische Bestreben, einen Schwerpunkt auf „proletarisch-revolutionäre“ Kunst zu legen. Die überdimensionale Figur eines gewaltbereiten Polizisten im Vordergrund dominiert die Komposition und symbolisiert die Übermacht der Nationalsozialisten gegenüber den Kommunisten, die durch rote Fahnen gekennzeichnet sind. Mit seiner zur Seite geneigten Haltung gibt der Polizist den Blick auf eine Straßenkreuzung frei, auf der weitere Polizisten mit Schlagstöcken versuchen, die Gruppe von Demonstranten aufzuhalten. Rossig übermalte das Werk nach seiner Fertigstellung, da es ihm als Kritik am NS-Regime zur Bedrohung hätte werden können. Erst nach 1945 wurde diese Verdeckung des Bildsujets wieder entfernt und die Leinwand erneut auf einen Rahmen gespannt. | Stefanie Meisgeier