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Pfingsten in Ahrenshoop


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Objektbeschreibung

Ein gewagter, fast dreister Bildausschnitt, der den Blick der Betrachter*in durch Stämme, Geäst und Unterholz auf die Szene lenkt. Im Vordergrund eine Figur, keck posierend, eine zweite auf einer Bank sitzend, eine dritte lehnt an einem Baum. Der Moment wirkt entspannt und ohne Inszenierung, wie fotografisch festgehalten. Nichts verweist auf die Ostsee, deren Küstenorte – Ahrenshoop auf dem Darß, Stralsund oder auch die Insel Rügen – beliebte Sujets des Künstlers waren. Haus und Garten sind in einem wilden Mix aus Abstraktion und naturalistischer Darstellung gehalten. Einnehmend ist die wuchtige Verwendung der Farbe, die Dähn, der „Wahlverwandte Hans Purrmanns“ (Kurt Schifner, Fritz Dähn. Welt der Kunst, Berlin [Ost] 1969), in dicken Schichten wie direkt aus der Tube aufgetragen und mit Spachtel und Pinselstiel auf der Hartfaserplatte verteilt hat – ein „Farbrelief, das […] bis ins Räumliche geht“ (Roland März, Fritz Dähn. Malerei und Graphik, Ausst.-Kat., Berlin [Ost], 1969). Sichtbar wird dieser Effekt an den Baumrinden: Die harzige Struktur der Borken erscheint fast dreidimensional. Sie setzen nicht nur einen zweiten Rahmen, sondern sind neben dem gelb-lila Haus auch die detaillierteste Wiedergabe eines Gegenstandes im Bild. In Dähns Œuvre ist das Werk kein unbekanntes: 1969 zierte es das Cover des ihm gewidmeten Bandes der Reihe „Welt der Kunst“, erschienen im populären Henschel Verlag. Im selben Jahr präsentierte die Nationalgalerie (Ost) das Bild auf seiner Werkschau, bis sie es 1985 von der Witwe des Künstlers erwarb. | Sven Haase