Zitate I
Objektbeschreibung
Der an der Hochschule für Bildende Künste in Budapest ausgebildete Bak nahm in der ungarischen Neo-Avantgarde-Bewegung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine führende Rolle ein. 1968 war er in der legendären „Ipartev“-Ausstellung vertreten, die für nur zwei Tage unter Umgehung der Zensurbehörde in einem Budapester Architekturbüro stattfand und junge Kunst zeigte, die sich an den aktuellen internationalen Kunstströmungen orientierte. Dort präsentierte Bak mit den US-amerikanischen Stilen der Farbfeldmalerei und des Hard-Edge-Painting verwandte Gemälde, in die er Elemente der ungarischen Folklore integrierte. Im selben Jahr wurde er auch einem deutschen Publikum bekannt, als ihm die renommierte Galerie Müller in Stuttgart seine erste Einzelausstellung ausrichtete. Bereits während seines ersten Stuttgart-Besuchs 1965 hatte Bak den Kurator Dieter Honisch kennengelernt, der ihn 1971 mit einem Stipendium an das Folkwang Museum in Essen einlud, wo er abschließend eine Ausstellung sowie eine Auszeichnung erhielt. Bak entwickelte in den folgenden Jahren seine geometrisch-abstrakte Kunst weiter, in der er die Avantgardetradition Ungarns mit der Malereigeschichte des Westens verband. In seiner Zeit als Direktor der Neuen Nationalgalerie kaufte Honisch drei 1983 entstandene Gemälde von Bak für die Sammlung an. Sie sind als Triptychon konzipiert, wobei die als „Zitate I“ und „Zitate III“ (NG 37/84) betitelten, einander in Komposition und Farbigkeit stark ähnelnden Leinwände die eigenständiger wirkende mit dem Titel „Zitate II“ (NG 36/84) flankieren. In den 1980er-Jahren fertigte Bak üblicherweise zunächst kleinere Versionen seiner Bildmotive an, die er dann in größere Formate übertrug. So existieren auch mit den Werken in der Nationalgalerie identische Arbeiten im Format 30 × 50 cm, die sich heute in ungarischem Privatbesitz befinden. | Irina Hiebert Grun