Am Stadtrand von Berlin
Objektbeschreibung
Wir sehen ein überraschend heiteres, sonntägliches Bild: Einen Fluss, sehr blau, am rechten Rand entschwindet ein Kahn den Blicken. Hinter dem Wasser eine geschlossene Reihe leuchtend weißer Häuser mit grünen kugelförmigen Bäumen davor. Am diesseitigen Ufer steht auf einer grünen Wiese eine rotbraune Kuh. Sie und das Grün haben wohl zu dem Titel „Am Stadtrand von Berlin“ geführt, dabei kommt die Komposition: Mauer links, Haus rechts, ein Fluss mit einer Ausbuchtung und einer Freifläche zu den Betrachtern hin, die Häuserreihe mit den Bäumen gegenüber, meist mit einem Kirchturm im Hintergrund, häufig auf Zeichnungen und Bildern Heldts vor. Es handelt sich um ein Grundmotiv im Werk des Künstlers (vgl. etwa „Trüber Frühsommertag“, WVZ Schmied/Seel 1976, 248). Die überwiegend als Stadtmotiv ausgeführte Konstellation ist hier ins Ländliche geträumt. Der einfache Bildaufbau ähnelt äußerlich manchen Arbeiten der Neuen Sachlichkeit. Doch die Ansichten Heldts sollen keine detailgetreue Abbildung darstellen. Er kombinierte Motive, und völlig fehlt ihnen jede spitzpinselig präzise Ausführung. Seine Bilder wollen bei aller Einfachheit eine Stimmung vermitteln, geprägt zumeist von Stille. | Angelika Wesenberg