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Unsere Genossen


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Objektbeschreibung

Sieveking studierte von 1964 bis 1970 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin (West) freie Kunst bei Hans Jaenisch und als Meisterschülerin bei Heinz Trökes. Seit 1970 arbeitet sie als Dozentin an Jugendkunstschulen in Berlin sowie an Sommerakademien in Bremerhaven und gibt in ihrem Geburtsort Potsdam Workshops mit Mund- und Fußmalern. Sieveking, die in den Nachkriegsjahren aufwuchs, greift in ihrer Arbeit politische und gesellschaftliche Themen auf. In den 1970er-Jahren schuf sie mehrere Gemälde wie „Unsere Genossen“ im realistischen Stil. Zu sehen sind vier Personen in einem Raum, durch das Fenster ist weit im Hintergrund der Berliner Fernsehturm zu erkennen. Eine Frau schaut hinaus, ein hinten stehender Mann sowie die im Vordergrund an einem Tisch sitzende Frau blicken in Richtung der Betrachtenden. Ein weiterer Mann verschwindet fast vollständig hinter einer aufgeschlagenen Zeitung. Auf dem Tisch liegen mehrere Bücher, darunter eine Schrift Lenins, sowie ein Flugblatt mit dem Datum 1. Mai 1975 und dem Schriftzug „SEW“. So lautete auch das Kürzel für die Sozialistische Einheitspartei Westberlin, die der Deutschen Kommunistischen Partei nahestand und von der SED maßgeblich unterstützt wurde. Bei der Abgeordnetenwahl in West-Berlin im März 1975 hatte sie keine Sitze gewonnen. Zwischen 1949 und 1989 war der 1. Mai in der DDR offiziell „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“. | Sarah Hampel