Anne-Frank-Säule
Objektbeschreibung
Das „Tagebuch“ der Anne Frank wurde in der DDR 1957 erstmals veröffentlicht und erlebte viele Nachauflagen. Das Thema Antifaschismus gehörte zu den Gründungsmythen der DDR, und Anne Frank wurde als eine ebenso heroische wie tragische Symbolfigur in die sozialistische Erinnerungspolitik integriert. Die junge jüdische Autorin und ihr Text wurden vielfach Anlass künstlerischer Auftragsarbeiten. Rommel gehörte zu jenen Bildhauern, die den öffentlich Raum in den urbanen Zentren der DDR, hauptsächlich Ost-Berlin, mit ihren Werken maßgeblich geprägt haben. Von naiven Figuren wie spielenden Kindern oder Tierdarstellungen bis hin zu Denk- und Ehrenmalen – Rommel schuf zahlreiche Plastiken, die teils noch heute in Parkanlagen zu finden sind. Die Anne-Frank-Säule ist ein Entwurf für einen Schulhof in Tessin bei Rostock. Ab 1948 hatte Rommel im thüringischen Sonneberg das Handwerk des Keramikers erlernt. Danach ging er an die Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und studierte dort unter anderem bei Theo Balden Bildhauerei. Im Anschluss wurde er Meisterschüler Fritz Cremers, der ihn in seinem Stil nachhaltig beeinflusste. | Sabrina Kotzian