Wilhelm Lachnit zum Gedenken
Objektbeschreibung
Das Gemälde wurde im November 1975 vollendet und später irrtümlich ins folgende Jahr datiert. Bereits 1962 war eine Zeichnung des aufgebahrten Wilhelm Lachnit (1899–1962) entstanden, die dem Gemälde „Der tote Wilhelm Lachnit“ (1969; Lindenau-Museum, Altenburg) als Vorlage diente. Metzkes widmete auch dieses große Format seinem Lehrer, bei dem er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden von 1949 bis 1953 studiert hatte. Lachnit galt als künstlerisch und menschlich integer, war jedoch während der sogenannten Formalismusdebatte unlauteren Angriffen ausgesetzt. „Wilhelm Lachnits Bilder brachten mich mit einer wägenden, meisterhaften Malerei zusammen. Daraus folgte für mich eine Konzentration auf den Gegenstand, ein Übersichtlich-Machen der Formen oder der Versuch dazu.“ (Harald Metzkes, in: Henry Schumann, Ateliergespräche, Leipzig 1976, S. 164) Er „gehört zu den wenigen Künstlern, die nach den großen deutschen Expressionisten ein neues Blatt aufgeschlagen haben. Wir müssen uns vorwerfen, nach diesen Künstlern und vor allem nach ihm nicht oft genug begeistert gerufen zu haben. Er ist fast ein unbekannter Meister des zwanzigsten Jahrhunderts.“ (Metzkes, 29.6.1976, in: Friedegund Weidemann: Wilhelm Lachnit, Dresden 1983, S. 30) Metzkes zeigt Lachnit sitzend und nach vorn geneigt im Zentrum des Bildes. Ihm assistieren zwei weibliche Akte, die, wie er selbst, die Werkzeuge des Malens berühren. Am rechten Bildrand hat sich Metzkes selbst dargestellt, das aufgebaute Stillleben skizzierend. | Jörg Makarinus