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Geiselerschießung (Revolution in München 1919)


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Objektbeschreibung

Die Erschießung war ein zentrales Thema Ehmsens in den 1920er-Jahren, das er mit deutlicher Bezugnahme auf Francisco de Goya und Édouard Manet in über achtzig Aquarellen und Zeichnungen sowie sieben Gemälden behandelte. So wurde die skizzenhaft ausgeführte „Revolution in München 1919“ denn auch „Studie II zu ‚Geiselerschießung‘“ genannt (eng verwandt ist die „Studie I zu ‚Geiselerschießung‘“ im Stadtmuseum Jena); das Hauptmotiv vor der Erschießung im Hintergrund ist das von Ehmsen oftmals gewählte Treppenmotiv. Deutlich sind zwei Treppenläufe unterschieden. Der eine, mit der Verschleppung der Frauenfigur (Gräfin Hella von Westarp, Sekretärin der Thule-Gesellschaft), führt zur Erschießung in den ausweglosen Hof, der andere, mit dem attackierten Bärtigen (Professor Ernst Berger, Kunsthistoriker, Mitglied der Bürgerwehr), wendet sich nach Erreichen eines Absatzes nach rechts oben aus dem Bild hinaus. Beide Treppen kreuzen sich zudem an einer diffus gehaltenen Stelle im Zentrum des Bildes unmittelbar vor dem Erschießungsplatz. Dieses komplexe Treppenmotiv hat Ehmsen in unterschiedlichen Varianten dekliniert: zum einen als zentralen Durchgang zum labyrinthischen Häusermeer der Stadt („Revolution I“, 1924; Moritzburg, Halle), zum anderen in stark reduzierter Form als Aufgang oder als denkmalhaftes Piedestal zum erhöhten Standpunkt der sich opfernden Revolutionäre in „Rotjacke“ und im Triptychon „Erschießung des Matrosen Egelhofer“ von 1932/1933 (beide Eremitage, Sankt Petersburg). | Kyllikki Zacharias