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Carolastraße in Dresden Verso: Strand mit Dünen und Kreuz (wohl 1910)


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Objektbeschreibung

Auf einer Postkarte Heckels vom 14. Mai 1911 an seine Lebensgefährtin Sidi Riha ist das gleiche Motiv als Tusche-Farbstift-Zeichnung (Altonaer Museum, Hamburg) zu sehen, und der Künstler beschreibt dort, wie er in den frühen Morgenstunden gemalt habe. Entsprechend wenige Menschen sind in der Szenerie unterwegs. Das Gemälde gehört zu den zahlreichen Stadtansichten Heckels aus seiner Dresdner Zeit. Dabei wählte er stets Motive aus seiner alltäglichen Lebenswelt, die nach den akademischen Richtlinien nicht bildwürdig waren – für ihn jedoch Realitätsnähe und Wahrhaftigkeit ausdrückten. Die Bildfläche ist durch schwarze Konturen zeichnerisch gegliedert, die Flächen sind mit den zarteren Farben der Morgenstimmung gefüllt, wobei noch das Atmosphärische einer impressionistischen Darstellung mitschwingt. Davon löste sich Heckel jedoch, indem er kraftvolle Akzente in Rot und Gelb setzte, die für das Licht stehen, und zusammen mit dem leuchtenden Grün der Bäume und dem Blau der Straße einen farblichen Vierklang ergeben. Die lockeren Schraffuren und die deutlich erkennbare Handschrift lassen den Schaffensprozess nachvollziehbar werden. Zugleich erzeugen sie eine dynamisch bewegte Bildfläche. | Janina Dahlmanns