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Objektbeschreibung

Die Metropole Berlin und ihre die Sinne überflutenden Signale aus Verkehr, Architektur und Werbung übertrug das Novembergruppen-Mitglied Möller 1921 in ein vibrierendes Gemälde. Rhythmisch gestaffelte Rechteckfelder bilden ein optisch vor- und zurückspringendes Fassadenmuster. Dieses wird überlagert von Leuchtreklamen für ein „HOTEL“, ein „CAFE“ und eine „Bar“, für „CIGA[RETTEN]“ von „MANOLI“, für die liberale „Ullstein“-Presse und den „[Berliner Lokal-]Anzeiger“ aus dem nationalkonservativen Hugenberg-Konzern. Auch seine eigenen Initialen, „OM“, platzierte Möller in der Mittelachse des Bildes. Auf der Straßenebene begegnen sich Autos, Passanten, ein Fuhrwerk und eine Straßenbahn. Im oberen Bildbereich verweisen Dreiecksformen auf Hausdächer, darüber sind drei Türme zu sehen. Der linke dürfte die in der Nähe von Möllers Wohnung gelegene Matthäuskirche in Steglitz meinen, der rechte die Glockenhaube des Eckhauses Albrecht-/Berlinickestraße. Ab 1908 hatte der Maler als Zeichenlehrer am Paulsen-Realgymnasium in Steglitz gearbeitet, 1920 wurde er an das Zentralinstitut für Unterricht und Erziehung berufen, an dem er bis 1940 als Lehrbeauftragter für Methodik und Pädagogik an der Umsetzung von Reformen im Kunstunterricht mitwirkte. Während sein 1920 entstandenes Gemälde „Straßenlärm“ (Berlinische Galerie) in diagonal stürzenden Elementen Einflüsse des Futurismus zeigt, ist die im orthogonalen Bildaufbau beruhigter erscheinende „Stadt“ an den Werken Robert Delaunays orientiert. | Dieter Scholz