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Schlittschuhläufer

1950 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Die früheste Version des „Schlittschuhläufers“, entstanden 1916, war Wauers erstes plastisches Werk nach seinen Engagements am Theater und beim Film. In der Sammlung der Nationalgalerie befindet sich ein Aluminiumabguss nach einer weiteren Ausführung der Plastik von 1918. Die Figur wird größtenteils von einer organisch-runden Linienführung bestimmt. Sogar der flache, breite Sockel nimmt die dynamische Pose des Schlittschuhläufers auf und verstärkt die fließende Bewegung. Die Kanten hingegen sind teils messerscharf, die Gliedmaßen kubisch geformt, was sich insbesondere auf den Lichteinfall und die damit einhergehenden Schattierungen der Skulptur auswirkt. Ohne ausgearbeitete Details, rein auf das Tektonische reduziert, scheint sich die anonyme Kunstfigur in harmonischen Linien über die Fläche zu bewegen. Der Dramaturg und Schauspieler Rudolf Blümner beschrieb eingehend den Eindruck einer Rhythmisierung, den Wauers kubistische Aufspaltung der Flächen beim Betrachter hinterlässt und hob ihn als ersten kubistischen Plastiker im europäischen Raum hervor (Der Geist des Kubismus und die Künste, Berlin 1921, S. 41–42). Auch Wauer selbst verstand seine Plastik als lebendige Kunst, als rhythmische Bewegungsstudie im dreidimensionalen Raum, was sicherlich im Zusammenhang mit seinen Tätigkeiten am Theater und beim Film stand, die das Denken und Handeln mit bewegten Körpern voraussetzen. | Anja Pawel