Phönix
Objektbeschreibung
Im griechisch-römischen Mythos verbrennt Phönix und steigt verjüngt in seiner ganzen Schönheit aus seiner eigenen Asche wieder auf. So ist der sagenumwobene Vogel ein Symbol für Neugeburt und Auferstehung. Warum Werner 1933 ein abstraktes Bild als „Phönix“ betitelte, ist nicht überliefert. Amorphe, kurvige, sich überlappende Formen scheinen inmitten von Bewegungen festgehalten zu sein. Ab den 1930er-Jahren malte Werner solche „Schichten“ wiederholt. Im vorliegenden Gemälde vermischen sich die Farben so, als dringe ein rückwärtiges Licht durch die Schichten, deren Spiel sich auch im dunklen Hintergrund fortsetzt. Man kann die Andeutung einer immer neu lebendigen Dynamik der Farben und ihres Zusammenklangs empfinden. Viele Jahre später, 1953, schrieb Werner über seine Schichten: „1. Auf dem Hintergrund des Unbekannten, Unergründlichen und als solchem unbegründeten Grund 2. das maßnehmende und maßgebende Metrische […] 3. Der Rhythmus – das emotionale, den Phasenraum ausschwingende und konstituierende Zeitmoment“ (zit. nach Brigitte Lohkamp, Malerei ist Spiel auf der Fläche, in: Theodor Werner. Ausgewählte Arbeiten 1934–1965, Ausst.-Kat., München, 1988, S. 5). Werner lebte in Paris, als er „Phönix“ malte, und hatte in Christian Zervos, dem Herausgeber der „Cahiers d’Art“, einen prominenten Unterstützer. Zusammen mit seiner Frau Woty sammelte Werner neben Werken von in Frankreich höchst präsenten Malern wie Paul Cézanne, Pablo Picasso und Georges Braque auch Arbeiten Paul Klees. | Emily Joyce Evans