Selbstbildnis mit Brennnessel
Objektbeschreibung
Nach dem Blutbad im Keglerheim in Dresden am 25. Januar 1933 entstand dieses Gemälde. Eine KPD-Versammlung hatte in einer Schießerei mit der Polizei geendet. Es gab neun Tote und elf Schwerverletzte. Die Brennnessel ist als Symbol des Widerstands zu lesen. Das Selbstbildnis malte Querner auf dem Dachboden des Elternhauses in Börnchen; es verblieb zu Querners Lebzeiten und bis zum Erwerb durch die Nationalgalerie von dessen Witwe, Regina Querner, in eben jenem Haus. Im Tagebuch heißt es unter dem 21. August 1938: „Mein kleines ‚Selbstbildnis‘, ‚Das Bildnis mit der Brennessel‘ kann man getrost neben [Wilhelm] Trübner hängen. Unbedingt sogar. [Es] hat einen Beigeschmack, der nicht jedem bekommt. Aber deswegen ein exakt gutes Bild. […] Ich hänge daran mehr, als an allem anderen“ (Curt Querner, Tag der starken Farben. Aus den Tagebüchern 1937 bis 1976, Dresden 1996, S. 27). | Kyllikki Zacharias