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Objektbeschreibung

Mit dem Doppelporträt seiner Kinder, der Sohn Horst 1917 geboren, die Tochter Marianne 1921, wird in der Literatur eine gewisse Hinwendung Ehmsens zur Neuen Sachlichkeit konstatiert. Hierfür sprechen das private Bildthema wie auch die vergleichsweise beruhigte Zentralperspektive. Ehmsens Farben sind weiterhin stark expressiv, jedoch hat sich der Ton gegenüber den frühen 1920er-Jahren verändert. Die zerrissenen Akkorde von Petrolgrün, Blau, Weiß und gedämpftem Ocker fügen sich zu einem homogeneren Klang. Zusammen mit den großen, kindlich-plumpen Körpern in einem stark fluchtenden und nahezu leeren Innenraum entfaltet sich eine höchst ambivalente Wirkung zwischen zuversichtlich kraftvoller Naivität und latent bedrohter Heimlichkeit. Tisch und Bank erinnern – in umgekehrtem Größenverhältnis – an die Möblierung in „Im Irrenhaus“ (A IV 234). Als Vorlage für „Meine Kinder“ diente eine Fotografie aus dem Jahre 1921. Eine erste Version des Gemäldes ist verschollen, eine spätere befindet sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg (1932 vom Museum für Westeuropäische Kunst in Moskau vom Künstler erworben). Die Datierung hat Ehmsen handschriftlich im Katalog der „Januar-Ausstellung“ des Neuen Museums Wiesbaden im Januar 1927 vermerkt. | Kyllikki Zacharias