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Objektbeschreibung

Dichter Laubwald – ziehende Wolken – die Fassade eines Hauses – ein Jäger vor einer Mauer: vier gänzlich unbedeutende Gegebenheiten. Erst ihre Kombination erzeugt eine unterschwellige Spannung: Plötzlich scheint der bewaffnete Jäger auf gefahrvoller Pirsch zu sein, die Vorhänge hinter der abweisenden Fassade beginnen sich zu bewegen, die Blätter der Laubbäume unheilvoll zu rauschen. Magritte gehört zu den Hauptvertretern des Surrealismus. Die für sie typische Verrätselung des Realen findet sich auch in seinen Gemälden wieder. Hier ist es der Jäger mit seinem Gewehr, der, seiner gewohnten Umgebung enthoben, die Atmosphäre der anderen Bildfelder gleichsam ansteckt: Alles wirkt auf einmal sonderbar, sogar die Umrandung der Felder. Inhaltliche Kontraste unterstreichen diese Deutungsspannung: Natur (Himmel und Wald) versus Kultur (Architektur und Jäger), helle Felder gegen dunkle, Starres gegen Bewegtes – ein sich selbst bestätigendes und zugleich infrage stellendes Bedeutungssystem, in dem jedes Detail zum Indiz wird. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, wie auch der Titel des Gemäldes, „Die fixe Idee“, auf die zwanghafte Vorstellung verweist, dass alles mit allem irgendwie in Verbindung gebracht werden und das Alltägliche von bislang unerkannter Bedeutung sein könnte. Als das Bild entstand, lebte der Künstler in der Nähe von Paris, wo er Kontakte zu den Surrealisten unterhielt. Doch anders als den meisten von ihnen galten ihm das Unbewusste und der Traum nicht als symbolische Repräsentation des eigenen Seelenlebens, sondern als rein ästhetische Hilfsmittel für die gezielte Verunsicherung unserer Seh- und Denkgewohnheiten. | Kyllikki Zacharias