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Landschaft mit Lokomotive


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Objektbeschreibung

Das spröde Motiv der Häuser mit fensterlosen Brandmauern entlang der Berliner S-Bahnstrecke ist seit Werner Heldt häufig dargestellt worden. Das vorliegende Bild entstand 1963 in Böttchers neuem Atelier (vgl. „Das Atelier“, A IV 476) nach Skizzen, die er von der Fußgängerbrücke in der Schönfließer Straße nahe dem S-Bahnhof Schönhauser Allee gemacht hatte. Der Blick geht Richtung Westen auf die sich hier verzweigenden Gleisanlagen und Unterführungen, eine große, unbebaute Fläche, die Raum bot für fast gegenstandslose, reine Malerei: Eine Komposition in Grün, Blau und Ocker, die wie der weiß-blaue Himmel mit kurzen Pinselstrichen festgehalten ist, Bodenerhebungen wie Wolkenbewegungen nur andeutend. Im Hintergrund sieht man die Stahlkonstruktion der Swinemünder Brücke beim Bahnhof Gesundbrunnen. Erwähnenswert ist auch, dass in diesem Bereich die seit 1961 geschlossene Grenze zu West-Berlin verlief. Dem freien Blick in die Ferne, mit dem breiten, nahezu leeren Mittelfeld, belebt durch Büsche und die Gleisanlagen sowie die grazile Brücke am Horizont, widerspricht die hier nicht sichtbare Grenzanlage. Überraschend aber erinnern Komposition und Malweise an manche Darstellungen der Montagne Sainte-Victoire von Paul Cézanne, dem großen Vorbild Böttchers und der „Berliner Schule“ um Harald Metzkes insgesamt in den frühen 1960er-Jahren. Spätere Wiederholungen des Motivs durch Böttcher sind skizzenhafter und flächiger. | Angelika Wesenberg