Logo

Nu couché (Lorette)


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Eine sonderbare Krümmung und Drehung kennzeichnet die Wiedergabe des nackten Körpers: Die Füße am linken Rand, der rechte über dem linken, befinden sich knapp über der horizontalen Mittelachse des Blatts. In perspektivischer Verkürzung sind die Beine übereinander abgelegt, das obere rechte wölbt sich am Gesäß stark nach oben, um im Hüftbereich ebenso steil wieder abzufallen. Nun ist die Bildmitte erreicht, und der Körper dreht sich von uns aus gesehen nach hinten. Die beiden Brüste vermitteln den Eindruck, als liege die Frau auf dem Rücken. Betrachtet man nur das uns zugewandte Gesicht (in einer Achse mit den Füßen) über seinem Halsansatz und die unter ihm (und unterhalb der Füße) befindlichen Arme, könnte man meinen, die Frau habe sich auf dem Bauch ausgestreckt, dabei liegt sie im Bereich des Oberkörpers auf dem Rücken und in jenem der Beine auf der Seite. Mehr noch als die Abwesenheit jeglicher Ausgestaltung der Umgebung ist es diese Überdehnung des Körpers, die ihn von den beiden wenig zuvor entstandenen Gemälden „Atelier, Quai St-Michel“ (1916; The Phillips Collection, Washington, D. C.) und „Schlafender Akt auf rotem Hintergrund“ (1916/1917; Privatsammlung) unterscheidet: Obwohl in den Ölbildern der Akt ebenso von links nach rechts liegt und das lange Haar gleichermaßen über den linken Arm fällt, ähnelt die Pose jener auf dieser Zeichnung nur auf den ersten Blick, denn in den Gemälden handelt es sich insgesamt um eine plausible, stabile Seitenlage. | Gabriel Montua