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Die Schlafkammer


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Objektbeschreibung

In den Jahren 1927 bis 1929 wurden Grundigs Bildthemen zunehmend politischer, was sicher mit seinem Eintritt in die KPD 1926 zusammenhing. Günter Bernhardt spricht von einer „Festigung des proletarischen Klassenstandpunktes“ (Bernhardt 1971, S. 87, zit. nach Stephan Weber u. Erhard Frommhold: Hans Grundig. Schaffen im Vorborgenen, Dresden 2001, S. 31) – gleichzeitig rückte Grundig allmählich von der Neuen Sachlichkeit ab. Dies kann man auch an seinem Gemälde „Die Schlafkammer“ feststellen, in dem der Künstler vor Augen führt, wie Arbeiterfamilien damals leben mussten. Zu sehen ist eine ordentlich aufgeräumte Kammer, in der außer der Mutter drei vom Mondlicht beschienene Kinder schlafen. Der Vater fehlt. Das in Lasurtechnik gemalte Bild, für das Grundig 1929 den Hermann-Illgen-Preis erhielt, zeigt die sozialen Verhältnisse auf, ohne die Enge der häuslichen Situation in irgendeiner Weise zu verklären oder zu verurteilen. Vielmehr vermittelt das Werk durch seine ruhige Komposition und Lichtführung eine anteilnehmende Menschlichkeit und Würde. Während Grundigs Arbeiten seinerzeit in der linken Presse durchweg gelobt wurden, stieß seine „Elendsmalerei“ in bürgerlichen Zeitschriften oftmals auf strikte Ablehnung. | Maike Steinkamp