Meerfrau
Objektbeschreibung
Jacob studierte von 1919 bis 1921 an der Kunstakademie in Dresden als Meisterschüler von Robert Sterl. Das Bild „Meerfrau“, das er in seinem letzten Studienjahr malte, zeigt jedoch in Pinselduktus und Komposition deutlichere Analogien zur expressionistischen Kunstauffassung Oskar Kokoschkas, der seit 1919 ebenfalls eine Professur in Dresden innehatte. Der dem Wasser entsteigende weibliche Akt entstand während eines Aufenthaltes auf der Nordseeinsel Hooge, auf welcher der Künstler die Einsamkeit der Natur suchte. An seinen Freund, den Kunstkritiker und Archivar Walter Grünert, schrieb Jacob kurz nach Fertigstellung des Werkes: „Beim Malen dieses Mädchenleibes dachte ich immer an die Sonne, die Landschaft ist dunkel schwer Zinnober-feuernd. – Ach + wie leise Ahnungen sind diese Sachen alle erst von dem, was in mir lebt = tost = Feuert + was ich noch zu schaffen habe!!! Ich reise mit Katja anfang Mitte Juli hier ab um dann sofort in die Alpen zu verschwinden!!! Bergriesen will ich … malen + diese Bergriesen mit dem Meer verbinden!!! Näher zur Sonne!!!“ (Brief vom Juni 1921, zit. nach Jutta Penndorf, Walter Jacob, 1893–1964. Eine Retrospektive, Ausst.-Kat., Altenburg, 1993, S. 19). | Irina Hiebert Grun