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Rencontre des mondes


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Objektbeschreibung

Zurückgekehrt von seinem ersten Aufenthalt in New York, malte Appel im Jahre 1958 zwei monumentale Bilder gleichen Formats. Dafür nutzte er das Atelier seines Freundes Sam Francis in Villejuif bei Paris, denn sein eigenes Atelier in der Nähe vom Montparnasse war für dergleichen Formate zu klein. „Rencontre au printemps“ (Begegnung im Frühling) war bestimmt für den neuen Hauptsitz der UNESCO in Paris, wo es heute noch hängt. „Rencontre des mondes“ (Begegnung der Welten) wurde 1959 vom italienischen Geschäftsmann und Sammler Graf Paolo Marinotti erworben und war für den Palazzo Grassi in Venedig bestimmt, damals im Besitz der Familie Marinotti. Das Bild hing dort bis zu Marinottis Schenkung an die Neue Nationalgalerie im Jahre 1969 anlässlich der Eröffnung ihres Mies-van-der-Rohe-Gebäudes – mit einer Unterbrechung: „Rencontre des mondes“ war das spektakulärste unter den für die 3. „Documenta“ 1964 ausgewählten Werke Appels. Allerdings gelangte es wegen Schwierigkeiten beim Zoll nicht rechtzeitig nach Kassel. Am Vorabend der Eröffnung ließ Appel vier große Spanplatten an der dafür vorgesehenen Wand befestigen und schuf in der Nacht ein neues Bild (Canica Kunstsammlung, Oslo). Nach der Freigabe durch den Zoll wurde „Rencontre des mondes“ später dazugehängt. Das Bild ist hinsichtlich Format und spontaner Abstraktion deutlich inspiriert von Appels Begegnung mit Malern der New York School. Seit 1957 verteilte Appel die Zeit seiner Aufenthalte zwischen Paris und New York, und die Periode von 1957 bis 1964 kann als die abstrakteste seines Schaffens gelten. | Franz W. Kaiser