Invasion
Objektbeschreibung
Vor seiner Hinwendung zur Bildhauerei hatte der als Arno Walter Beckmann geborene Künstler Malerei studiert. Nach einem Semester an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee war er 1948 an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Schöneberg gegangen. Als Meisterschüler von Georg Tappert absolvierte er dort 1951 die Prüfung für das künstlerische Lehramt an höheren Schulen, wurde aber anschließend Meisterschüler von Karl Hofer. Letzterer hatte im Juni 1949 die Berliner Neue Gruppe mitbegründet, an deren Ausstellungen Arno in den Jahren 1953–1958 regelmäßig teilnahm. In seinen Gemälden folgte Arno nicht dem Stil seines jeweiligen Lehrers, sondern er setzte sich mit surrealistischer und ungegenständlicher Kunst auseinander. Heinz Trökes und Max Ernst waren für ihn Hauptquellen der Inspiration. Bei „Invasion“ griff Arno die Art auf, in der Trökes in Bildern wie „Flug der Steinvögel“ oder „Trabanten“ (1946 und 1948; beide in Privatbesitz) isolierte Formen über undefiniert wolkige Bildgründe ziehen ließ. Arno dynamisierte das Geschehen, indem er die in grauen Schlieren bemalte Leinwand um 45 Grad gedreht auf die Spitze stellte und die stark farbigen, vertikal angeordneten Formen dadurch mit der Assoziation des Hinabstürzens auflud. Erinnerungen an Fallschirmspringer und Bombenabwürfe im Luftkrieg mögen hier eingeflossen sein. Eine schlanke Form links in Blau und Lila lässt an eine Feile oder einen Meißel denken. | Dieter Scholz