Stillleben auf rundem Tisch
Objektbeschreibung
Neben zahlreichen Porträts und Landschaften widmete sich Händler vielfach dem klassischen Genre des Stilllebens. Im beinahe quadratisch angelegten Gemälde „Stillleben auf rundem Tisch“ arrangiert er auf dem Tisch – der, in eine braune Decke gehüllt, beinahe wie ein Baumstamm wirkt – links einen langstieligen Glaskelch mit mannigfaltigen Früchten vor einem grünen Blumentopf, aus dem mit geschwungenem Stiel eine Sukkulente in die Höhe ragt. Rechts davor liegt eine Apfelhälfte mit der sauberen Schnittfläche nach oben gewendet; daneben ein Becher aus Steinzeug und eine grüne Weinflasche. Während diese Objekte plastisch modelliert sind, ist an der Tischdecke keinerlei Faltenwurf erkennbar, wie es für ein Stillleben erwartbar wäre. Die Flächigkeit des Tischtuchs korrespondiert vielmehr mit der des Bodens und der dahinterliegenden Wand. Die gedeckte Farbpalette, in der erdige Töne dominieren, ist charakteristisch für Händler. Interessant an diesem Arrangement erscheint die Verknüpfung der traditionellen Elemente des Stilllebens – Früchte, Gefäße, Pflanzen – mit Hinweisen auf sein Metier: Hinter dem Tisch sind zwei gerahmte Gemälde, deren Motive unkenntlich bleiben, an die kahle Wand gelehnt. Eine derartige Konstellation findet sich mehrfach in Händlers Œuvre, so u.a. auch in „Stillleben auf Bauernstuhl“ (1976), „Stillleben mit Steintöpfen und Zwiebeln“ (1981) oder „Stillleben“ (1984; WVZ Bergmann 1988, 457, 864, 1076). | Michaela Mai