Staubwedel mit Flasche
Objektbeschreibung
Niemeyer-Holstein kam nach schockierenden Erfahrungen an der Front 1917 zur Rekonvaleszenz in die Schweiz, wo er zu zeichnen begann. Später besuchte er die Malschulen von Arthur Segal auf dem Monte Verità in Ascona und in Berlin sowie verschiedene Kunstakademien, doch blieb er im Wesentlichen Autodidakt. Seine Motive sind bescheiden und bisweilen, wie im vorliegenden Falle, von einer gewissen Rätselhaftigkeit umflort: Ein Ei, eine Flasche und ein auf den Kopf gestellter Staubwedel sind – zumindest in den 1920er-Jahren – Gegenstände des häuslichen Gebrauchs, doch finden sie im Alltag nur selten zusammen. Selbst wenn sie der Maler, wie sich vermuten lässt, vor allem wegen ihrer verschiedenen Oberflächenqualitäten ausgewählt haben sollte, um sein technisches Können zu beweisen, bezieht dieses Bravourstück eine poetische Wirkung in besonderem Maße aus der scheinbaren Zufälligkeit der Zusammenstellung. | Kyllikki Zacharias