Paris-Meudon
Objektbeschreibung
Im Jahr 1927 hatte die von Lingner hochgeschätzte Käthe Kollwitz ihn in seinem Wunsch bestärkt, einige Zeit in Paris zu verbringen und die französische Malerei zu studieren. Gemeinsam mit seiner Frau Erika brach er im Dezember 1928 auf. Doch aus der von Kollwitz vorgeschlagenen kurzen Zeitspanne wurden letztlich 20 Jahre, die der Künstler in der französischen Hauptstadt leben sollte. Erst 1949 kehrte er nach Deutschland zurück, in den östlichen Teil Berlins. Er verband diese Entscheidung mit einer „Schenkung an das deutsche Volk“, die insgesamt 40 seiner Gemälde und Zeichnungen aus den Jahren 1929 bis 1949 umfasste. Jene Arbeiten des Malers und Illustrators gelangten 1952, nachdem sie in verschiedenen Städten der DDR gezeigt worden waren, an die Nationalgalerie in Ost-Berlin. Auch das Gemälde „Paris-Meudon“ gehört zu dem Konvolut, eines der ersten Bilder, das Lingner in Paris gemalt hatte. Es zeigt eine in Englischrot und Schwarz mit weißen Akzenten gehaltene Stadtansicht des Pariser Vororts Meudon, in deren Hintergrund sich der Eiffelturm und der Montmartre mit Sacré-Cœur erheben. Das Gemälde unterscheidet sich durch seine expressive, auf wenige Farben reduzierte Malweise deutlich von Lingners früheren Arbeiten. Insbesondere die zurückhaltende Farbgebung und die Beschränkung auf aufeinander abgestimmte Rot-, Braun- und Grautöne sollten zu einem Charakteristikum seiner Gemälde werden. | Maike Steinkamp