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Store Front Project


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Objektbeschreibung

Die Reihe der „Store Fronts“ (Schaufensterfronten), die zwischen 1964 und 1968 entstanden, markieren eine wesentliche Erweiterung im Werk von Christo. Im Umfeld der Nouveaux Réalistes um Pierre Restany hatte sich der gebürtige Bulgare in Paris das Verhüllen zu seinem künstlerischem Medium gemacht. Er schnürte Dinge des alltäglichen Gebrauchs zunächst in Leinenstoffe, später in Plastik, spielte mit Form- und Oberflächenwirkung sowie der Entfunktionalisierung der Gegenstände. Mit seinem Umzug nach New York 1964 setzte sich Christo zunehmend mit dem Stadtbild und der Begegnung von Mensch und Ding auseinander. Den Schaufensterfronten in wirklichkeitsgetreuer Größe gingen Modelle wie dieses voraus. Die Glasfront der 10 Zentimeter tiefen Holzkonstruktion ist mit Packpapier und Leinwand hinterklebt und veranschaulicht das künstlerische Prinzip: Der Blick ins Innere ist versperrt, der Zweck eines Schaufensters wird durchkreuzt. Diese optische Negierung wird verstärkt, indem Christo den angedeuteten Innenraum durch eine Beleuchtung inszeniert, die am oberen, nicht abgeklebten Abschnitt des Schaufensters zu erahnen ist. Erstmals wendete der Künstler die Methode des Verhüllens hier nach Innen. Doch auch mit der Umkehrung seines künstlerischen Mittels vermittelt er seine Grundaussage: Den Betrachtenden wird die eigene Neugier vorgeführt, die unbefriedigt bleibt, während stattdessen eine neue Wahrnehmung des Vertrauten ermöglicht. | Sina Jentzsch