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Büste des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg


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Objektbeschreibung

Paul von Hindenburg (1847–1934), seit 1911 im Ruhestand, wurde 1914 als Offizier reaktiviert und stieg bis 1916 zum Generalstabschef des Feldheeres auf, bis 1918 hatte er gemeinsam mit Erich Ludendorff die Oberste Heeresleitung und damit eine besonders hohe Machtstellung inne. Als Symbolfigur der konservativen Rechten wurde er 1925 zum Nachfolger des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert gewählt. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler. 1926 hatte Scharff den Auftrag erhalten, eine Marmorbüste Hindenburgs für die Wandelhalle des Reichstagsgebäudes in Berlin zu schaffen (vermutlich Kriegsverlust; Edwin Scharff, 1887–1955. „Form muß alles werden“, Ausst.-Kat. Edwin-Scharff-Museum, Neu-Ulm, 2012, Abb. S. 78). Ein Bronzeguss des Porträts, wohl nicht das Exemplar der Nationalgalerie, wurde 1934 auf der Biennale von Venedig gezeigt. Hindenburg ist mit stark ausgeprägten Zügen wiedergegeben. Die Augen liegen tief, die Wangenfalten lassen den langen, geschwungenen Schnurrbart umso mehr hervorstehen. In der Modellierung der Oberfläche hat die Büste wenig mit den glatten Formen in Scharffs anderen Werken dieser Zeit gemeinsam (vgl. etwa „Liebespaar“, B I 479). Das Originalgipsmodell, 1937 vom Reichsministerium des Innern an die Nationalgalerie überwiesen (SMB-ZA, I/NG 862, Bl. 292, Nr. 16), ist offenbar im Krieg verloren gegangen. | Emily Joyce Evans