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Erster Entwurf zum Buchenwald-Denkmal (Dreiergruppe)


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Objektbeschreibung

Im Dezember 1951 wurde Cremer von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) eingeladen, am Wettbewerb zur Gestaltung eines Mahnmals für die Gedenkstätte am ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar teilzunehmen. Bis die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, wie sie offiziell hieß, im September 1958 eingeweiht wurde, hatte die DDR-Regierung die Leitung des Projekts übernommen und der Bildhauer mehrere Entwürfe vorgelegt. Zwei Güsse des ersten Entwurfs sind im Bestand der Neuen Nationalgalerie: eine Version mit acht stehenden Männern (B I 694) und eine mit einer Dreiergruppe (B III 279). Die Reaktionen auf die Entwürfe fielen nicht nur positiv aus. So wurde beispielsweise bemängelt, die Gesichter der Figuren ähnelten einander zu sehr und stellten keine Individuen dar. Der KZ-Überlebende Karl Röder, der mit Cremer und seiner damaligen Lebensgefährtin Hannah Berger bekannt war, war die Frage auf, inwieweit jemand das Thema bearbeiten könne, der diese Form der Haft nicht am eigenen Leib erlebt hatte (Akademie der Künste, Berlin, Fritz-Cremer-Archiv, Nr. 787). In der Tat entwarf Cremer keine Figuren, die die Erfahrung selbst, das Leid, zeigen und vermitteln. Selbst seine Bezeichnungen für die Figuren beziehen sich auf ihre Pose oder Kleidung, so zum Beispiel „Mann mit Gewehr“, „Mann mit Baskenmütze“, „Rufender“ und so weiter. Sie stehen fast alle in der gleichen Haltung, mit dem Gewicht auf beiden Füßen und den Körper leicht nach rechts gedreht, als wollten sie gemeinsam in eine Richtung gehen. Der „Schwörende“ in der Mitte hebt die Hand in Erinnerung an den sogenannten Schwur von Buchenwald, den Überlebende des KZs am 19. April 1945 auf dem Appellplatz leisteten. Hier werden weder die unterschiedlichen Gruppen von Inhaftierten thematisiert, wie etwa Kommunisten, Roma und Sinti, jüdische Menschen und politische Häftlinge, noch ihre Erfahrung mit Zwangsarbeit, Hunger, Gewalt und Krankheit. Stattdessen liegt der Fokus auf der Visualisierung des antifaschistischen Kampfes der kommunistischen Häftlinge und der Geschichte von der Selbstbefreiung der Inhaftierten wenige Stunden vor der Befreiung durch US-amerikanische Truppen. Das Denkmal verkörpert also weniger die historische Situation im KZ, der es eigentlich gewidmet ist, als vielmehr eine ideale, kämpferische Haltung gegenüber Deutschlands nationalsozialistischer Vergangenheit, wie sie die DDR propagierte und der Cremer als überzeugter Kommunist entsprach. Die ausgeführte Version mit acht Figuren (B I 694) befindet sich im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Leipzig. | Emily Joyce Evans