Logo

Sachsenhausen (Zwischengröße)


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fertigte Grzimek einige Entwürfe für Denkmäler und Mahnmale an. Jene für die Figurengruppe „Sachsenhausen“ entstanden in den Jahren 1959 und 1960 im Auftrag der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Oranienburg. Die Grablegungsszene zeigt drei männliche Figuren: Zwei Häftlinge halten einen Toten in einem Tuch. Die Gruppe ist pyramidal angeordnet, die überragende, aufrecht stehende Figur richtet Kopf und Blick nach links. Mit festem Griff hält sie das Tuch, welches die Körpermitte des Toten einhüllt. Die leblosen Glieder hängen aus dem Tragetuch heraus, Hände und Füße berühren den Boden. Deutlich bringt die Körperhaltung des Trägers den Willen zum Widerstand zum Ausdruck. Der zweite Tragende wirkt schwächer, er ist über den Kopf und die Schultern des Leichnams gebeugt. Aus dieser Haltung sprechen die Trauer über die Verluste und das Leid. Der Vergleich zur trauernden Mutter Jesu in der traditionellen Figur der Pietà drängt sich auf. Betrauert werden die Verstorbenen, versinnbildlicht durch den ausgemergelten Körper im Leichentuch. Die Perspektiven der Opfer, Trauernden und Widerstandskämpfer*innen werden symbolisch in einem Appell und einer Mahnung vereint.1961 wurde die Gedenkstätte Sachsenhausen mit der überlebensgroßen Version der Figurengruppe eingeweiht, und die Nationalgalerie (Ost) erwarb eine Zwischengröße der Bronzeplastik. | Sophia Bösch