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Diagonalbiegung


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Objektbeschreibung

Nach künstlerischen Anfängen als Maler begann der gebürtige Münchner 1948 eine Ausbildung zum Schlosser, die ihn zunächst in Richtung Industrie- und Lichtdesign, sodann zu seinem zentralen künstlerischen Werkstoff führte: Stahl. Mit den Ergebnissen seiner autodidaktischen Experimente, die er anhand genauester Beobachtungen industrieller Produktionsprozesse durchführte, wurde Lechner zu einem der wichtigsten deutschen Stahlplastiker der 1980er-Jahre. Seine Bodenplastik „Diagonale Flächenauflösung 2/1981“ verbindet größtmögliche Einfachheit mit einer präzisen Beobachtung der die Bildhauerei bestimmenden Parameter Maß und Proportion sowie Körper und Raum. Die exakt 20 x 200 x 200 Zentimeter messende Stahlplatte wird durch eine subtile diagonale Biegung ihrer Flächigkeit enthoben und raumgreifend fixiert. Die sanfte Wölbung des Stahls, die die massiven Krafteinwirkungen des Herstellungsprozesses überspielt, lotet Gegensätze wie Stabilität und Labilität, Statik und Dynamik, Ebenmaß und Abweichung oder Einfachheit und Komplexität aus: „In der Einfachheit steckt so viel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann. Wirkliche Entdeckungen macht man ja nur in den einfachsten Formen“, so Lechner (in: Armin Zweite, Alf Lechner und sein Skulpturenpark, in: Daniel McLaughlin [Hrsg.], Alf Lechner. Skulpturenpark, Göttingen 2020, S. 224). Dabei unterstützt Lechners Denken und Arbeiten in Serien und Zyklen die Formbeobachtung und Suche nach der zugrundeliegenden theoretischen Reihenlogik. | Yvette Deseyve