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Der Menschensucher II


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Objektbeschreibung

Der „Menschensucher“ ist der altgriechische Philosoph Diogenes, der mit der Forderung nach Bedürfnislosigkeit und Selbstgenügsamkeit, dem Kynismus, verbunden wird. Bruses Darstellung des gebeugten Mannes mit Lampe in der Hand greift ein Motiv der Kunstgeschichte auf, das beispielsweise Jacob Jordaens’ in „Diogenes mit der Laterne, auf dem Markt Menschen suchend“ (um 1642; Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden) darstellte. Der Überlieferung nach suchte Diogenes in Athen einen ehrlichen Menschen. Bruse zeigt den Suchenden in einer zerstörten, menschenleeren Landschaft. Hinter ihm ragen Ruinen in den Himmel, vor seinen Füßen stehen die Reste einer Backsteinmauer und Metall- oder Holzteile. Es ist die Suche nach ehrlichen Menschen im Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit. Bruse, der als Kommunist vom NS-Regime inhaftiert und zum Tode verurteilt worden, unmittelbar vor Kriegsende jedoch freigekommen war, war in den Jahren danach wieder Teil des Kunstgeschehens. 1946 waren Arbeiten von ihm auf der 1. Deutschen Kunstausstellung in Berlin zu sehen, 1947 in der Ausstellung „150 Jahre soziale Strömungen in der bildenden Kunst“, ebenfalls in Berlin. Mit dem „Menschensucher“ reflektierte Bruse die Notwendigkeit einer Erneuerung nach den Jahren des Nationalsozialismus und des Krieges. Die erste Fassung entstand 1948 (Museen Magdeburg). | Emily Joyce Evans