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Schöner Sommernachmittag


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Objektbeschreibung

In dieser gemalten Montage werfen die detailliert wiedergegebenen Fragmente von der Wirklichkeit viele Fragen auf. Träumt die Frau, deren Gesicht zum Himmel gewendet ist, von der Schnecke, dem Vogel und dem orangefarbenen Drachenflieger? Steckt eine symbolische Bedeutung dahinter? Oder geht es vielmehr um die Kontraste der Farben und Oberflächen: blutrote Lippen vor cremefarbener Haut und sattgrüner Vegetation; das dunklere Grün der Glasflasche neben den teils glänzenden Brauntönen der Tiere und dem lilafarbenen Vogelauge? Drachen und Mondsichel stechen am Himmel heraus. Es scheint ein Bild angehaltener Zeit zu sein, wie an einem ruhigen, heißen Sommertag. Pfeifer malte es mit der fotorealistischen Präzision, für die er bereits bekannt war, doch der Bezug zum Surrealismus, das Fragmentarische und Traumähnliche stehen im Widerspruch zu den Vorgaben für die „realistische“ Kunst in der DDR. Bereits 1978 bemängelte Fritz Duda, ein etablierter Maler in der DDR, in der Kunst wäre ein Rückzug vom Sozialistischen Realismus zu beobachten, vom gesellschaftlichen Gegenstand und der sozialen Funktion, von der Parteilichkeit und der marxistischen Kritik (Rede auf dem VIII. Kongress des BK-DDR, zit. nach Kunstkombinat DDR. Daten und Zitate zur Kunst und Kunstpolitik der DDR 1945–1990, Berlin 1990, S. 112f.). Pfeifer bietet in der Tat den Rückzug in eine Traumwelt fernab dieser Vorgaben an, ohne sich hiermit oder in seinen Aussagen auf eine Position festzulegen. | Emily Joyce Evans