Une cuillère pour papa, une cuillère pour maman
Objektbeschreibung
Der aus Nizza stammende Armand Pierre Fernandez wählte 1958 den Künstlernamen Arman, unter dem er für die serielle Verwendung von ausrangierten Gegenständen Bekanntheit erlangte. Nachdem er zunächst in Farbe getauchte Objekte über die Leinwand gezogen hatte („allures d’objet“), porträtierte er kurze Zeit später mit dem Inhalt von Mülleimern deren Besitzer („poubelles“). 1959 begann Arman in seiner Werkserie der „accumulations“ mit Anhäufungen einer Vielzahl gleichartiger Industrieprodukte. In „Une cuillère pour papa, une cuillère pour maman“ („Ein Löffel für Papa, ein Löffel für Mama“) finden sich unzählige in Gießharz eingelassene Löffel neben- und übereinander verteilt und zu einem reliefartigen Bild verarbeitet. Was auf den ersten Blick als schlichte Monotonie des immer Gleichen erscheint, offenbart sich bei näherem Hinsehen als eine Ansammlung unterschiedlichster Modelle mit verschiedensten Gebrauchsspuren. Das Industrieerzeugnis war für Arman nur dann interessant, wenn es nicht mehr neu, sondern von der Gesellschaft benutzt und aussortiert worden war. Im Sinne der von Pierre Restany Anfang 1960 initiierten Gruppe der Nouveaux Réalistes, der sich Arman gemeinsam mit Yves Klein, Daniel Spoerri und Jean Tinguely angeschlossen hatte, wollte der Künstler mit seinen Akkumulationen von Alltagsobjekten eine soziologische Realität spiegeln. Dahinter stand eine kritische Einstellung zum Konsum, denn es sind die Hinterlassenschaften der Wohlstandsgesellschaft, die Arman zusammentrug. | Irina Hiebert Grun