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Schläfer

1984 erworben durch das Land Berlin

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Objektbeschreibung

Dornseifs „Schläfer“ ist ein monumentales, in den Raum gezeichnetes Spiel mit der Perspektive. Mit Umrisslinien aus zusammengeschweißten Armierungseisen hinterfragt der über zwei Meter hohe, an die Wand gelehnte Kopf klassische Topoi der Bildhauerei wie Allansichtigkeit und Materialität. Die Schlichtheit der geschwungenen Linie lässt das sperrige Material vergessen und stellt sogar die Dreidimensionalität zur Disposition. Die Arbeit bewegt sich so zwischen Zeichnung und Plastik. Als Ausgangspunkt dienen Vorzeichnungen auf Pergamentpapier, die der 1948 in Radevormwald geborene Künstler mithilfe eines Projektors anfertigt. Mit diesen Zeichnungen als physischer Vor- und Unterlage schweißt er die Eisenstangen in der entsprechenden Form zusammen. Die entstehenden Beschädigungen des Papiers sind Zeugnis des Arbeitsprozesses. Zugleich lotet der Künstler damit die Grenzen der Zeichnung als klassisches Medium aus. Für Dornseif, der 1970–1977 an der Hochschule der Künste in Berlin Bildhauerei studierte, gehören die Vorzeichnungen somit zu seinem künstlerischen Werk. Charakteristisch für sein Schaffen sind neben der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Kopf auch Zitate der Kunst- und Kulturgeschichte, insbesondere etruskischer Motive, die er in der Monterozzi-Nekropole bei Tarquinia im Latium studierte. Auf die Fresken der dortigen Grabkammern gehen auch die teilweise sehr expliziten Darstellungen zurück, die Dornseifs Werk bis in die frühen 1980er-Jahre prägten. | Tizian Holzbach