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Menü 3 (Tafel 11)


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Objektbeschreibung

Kurze Zeit nach Abschluss seines Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig beteiligte sich Ebersbach 1965 an der kontrovers diskutierten „7. Kunstausstellung des Bezirks Leipzig“. Ihn traf die besonders vernichtende Kritik von offizieller Seite, sein Werk bezeuge unter anderem einen „extremen Individualismus“ und den „reinen Selbstausdruck der isolierten Persönlichkeit“ (Peter Guth, Ebersbach, Hartwig, in: Artists of the World, Berlin u.a. 2023, https://aow.degruyter.com/artist/_10200183). Damit war er für den kollektivistisch ausgerichteten Kunstbetrieb der DDR dequalifiziert. Dennoch kultivierte er eine psychologisch determinierte, farbkräftige Malerei, der sich die Gestik des Künstlers impulsiv einschrieb. In den 1970er-Jahren hielt Ebersbachs Alter Ego „Kaspar“ – Identifikations- und Projektionsfigur zugleich – Einzug in sein Schaffen. In unzähligen Einzelwerken, Werkfolgen und teils raumgreifenden Ensembles verlieh er ihm immer wieder neue Erscheinungsformen. In dem querformatigen Gemälde „Menü 3 (Tafel 11)“ treten die groß ins Bild gesetzten Köpfe zweier Kasperpuppen schemenhaft aus einem weiß-gräulichen Farbraum hervor. Kindheitserinnerungen an solche aus Holz geschnitzten Handpuppen liegen Ebersbachs Kaspar-Figur zugrunde. Durch den wuchtigen Pinselstrich ihrer malerischen Ausführung und das betont schräge Grinsen erhalten sie einen spitzbübisch-listigen Ausdruck. Damit verweist Ebersbach auf den Ursprung des Kaspers als Gegenfigur des rechtschaffenen Bürgers. | Sophie Thorak