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Farbraumkörper (ohne Titel)


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Objektbeschreibung

Graubner entwickelte seine ersten Farbraumkörper Anfang der 1960er-Jahre. Er begann, Leinwände nicht nur flach zu bemalen, sondern sie durch Polsterungen mit Schaumstoff oder Watte zu körperhaften, reliefartigen Objekten zu erweitern. Die abgerundeten Ecken sind ein charakteristisches Merkmal dieser Arbeiten, die sich in Gewebe, Malweise und Farbgebung teils erheblich voneinander unterscheiden. Der mit dunkelbraunen und grünen Farbtönen bemalte Farbraumkörper von 1975 wurde, wie alle Werke Graubners, in einem aufwendigen, äußerst anstrengenden Prozess hergestellt. Zunächst bereitete er den Bildkörper vor, in dem er eine auf einem Keilrahmen befestigte Leinwand mit einer gleichmäßigen Lage Synthetikwatte bedeckte und diese mit einer weiteren Leinwand überspannte. Anschließend trug er die Farbe gießend, streichend, sprengend, schüttend in unzähligen hauchdünnen Schichten auf, die er mit langstieligen Breitpinseln einrieb. Mit diesen „Kissenbildern“, wie Graubner sie häufig nannte, überwand er die klassische Trennung zwischen Malerei und Skulptur. Diese formale Innovation, die dem aus dem Vogtland stammenden Künstler nur wenige Jahre nach Abschluss seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf gelang, prägte sein gesamtes Werk. Bis zu seinem Lebensende erkundete er die künstlerischen Möglichkeiten dieser weichen, saugfähigen, scheinbar atmenden Oberflächen, deren Formate von klein bis monumental reichen. Im Mittelpunkt seiner Untersuchungen stand stets die Farbe, der er ein Eigenleben zuschrieb und die er mit seinen in den Raum reichenden Bildern freizusetzen versuchte. | Catherine Nichols