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Erfurter Dom und Severikirche


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Objektbeschreibung

Im Mai 1929 besuchte Heinrich Waentig, seit 1927 Oberpräsident der Provinz Sachsen, Crodel in Halle. Er hatte gerade mit ihm vom preußischen Kultusministerium zuerkannten Mitteln eine große Ansicht Magdeburgs des Malers Johannes Sass erworben (Nationalgalerie, Kriegsverlust). Nun bat er Crodel um eine Darstellung von Erfurt. Lyonel Feininger sollte im Auftrag der Stadt Halle ein Halle-Bild beitragen. Alle drei Gemälde waren für den Sitzungssaal des Oberpräsidiums in Magdeburg bestimmt. Im Tagebuch hat Crodel den Besuch vermerkt; hier ist noch im Mai eine erste Skizze zu finden (Ch. Crodel. Kunst, Handwerk, Industrie, Ausst.-Kat. Kulturamt Hannover, 1983, Abb. 80). Ende Juni vermeldete die „Saale-Zeitung“ Halle den erfolgten Auftrag an Crodel unter der Überschrift: „Erfolge der Kunstgewerbeschule“ (zit. nach ebd., S. 109). Im Dezember 1929 wurde das fertige Bild in der Nationalgalerie inventarisiert. Es hing aber bereits, wie jenes von Sass, im Magdeburger Sitzungsaal. Waentig, der damals der SPD angehörte, hatte die beiden Werke im Zusammenhang mit dem Kampf um die politische Vorherrschaft in Thüringen beauftragt – im Januar 1930 wurde dort der nationalsozialistische Wilhelm Frick Innen- und Volksbildungsminister; er ging alsbald massiv gegen Werke Crodels vor. Dessen Erfurt-Bild befand sich während und noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg im Kaiser-Friedrich-Museum Magdeburg (heute Kulturhistorisches Museum). Ein kleineres Gemälde, „Der Erfurter Dom“ (1932), verzeichnet der Katalog zu Crodels Ausstellung im Angermuseum Erfurt 1948. | Angelika Wesenberg