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Le cahier bleu


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Objektbeschreibung

„Die blaue Zeichenmappe“ gehört zu jenen rotgrundigen Interieurdarstellungen, die Matisse in den Jahren von 1945 bis 1948 in der Villa „Le Rêve“ (Der Traum) im provenzalischen Vence gemalt hat. Sie nehmen Bezug auf sein berühmtes „Rotes Atelier“ (1911; The Museum of Modern Art, New York), in dem der Raum ebenso wie die verschiedenen Gegenstände in eine große rotbraune Farbfläche eingeschrieben sind. Hier jedoch wird die Farbfläche aktiviert, die einzelnen Pinselzüge bleiben sichtbar. Wie ein sanfter Fluss, der seine Inseln umspült, legen sie sich um die Objekte, von der Chaiselongue über den Marmortisch bis hin zu dem Modellbock, der Zeichenmappe und dem Kamin. Viele der Requisiten sind uns aus Fotografien vertraut. Matisse hat die Gegenstände auf diesem Bild jedoch in einen neuen Zusammenhang gestellt und mithilfe der Farbe vereinheitlicht, sodass eine auffällige Verbindung zwischen der blauen Zeichenmappe und der blauen Chaiselongue mit dem wie hingegossenen Modell entsteht, das in seiner Lässigkeit an so manche Odaliske der früheren Gemälde erinnert. Was die Zeichenmappe enthält, wissen wir nicht. Entspinnt sich hier ein subtiles Spiel zwischen Leben und Kunst, in dem das Leben anschaubar, die Kunst aber verschlossen bleibt? Oder geht es nur um das Ende einer Sitzung zwischen Maler und Modell? Der Maler hat seine Arbeit beendet, die Mappe auf den Stuhl gestellt, und das Modell ruht sich aus. | Angela Schneider