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Die Skatspieler


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Objektbeschreibung

Im Herbst 1920 fand in der Dresdner Galerie Arnold die dritte Ausstellung der Dresdner Sezession Gruppe 1919 statt. Dix zeigte dort drei Gemälde – darunter „Die Skatspieler“ –, in denen die inzwischen vollzogene Hinwendung des Künstlers zu Dada und zur Wirklichkeit deutlich wurde. Kurz zuvor hatte er bereits auf Einladung von George Grosz und John Heartfield an der „Ersten Internationalen Dada-Messe“ in Berlin teilgenommen. Auslöser für „Die Skatspieler“ (das auch den alternativen, aus heutiger Perspektive abschätzigen Titel „Kartenspielende Krüppel“ trägt) war eine Szene, die Dix in einem Dresdner Kaffeehaus gesehen hatte: In einem Hinterzimmer spielten drei Kriegsversehrte unter Zuhilfenahme ihrer Prothesen Skat. Das daraufhin geschaffene Bild wird geprägt durch Collageelemente wie Spielkarten, Notgeld und Tageszeitungen. Die künstlerische Technik korrespondiert mit den gleichfalls aus künstlichen Ersatzteilen zusammengesetzten Körpern der Invaliden. Bei seiner ersten Präsentation in Dresden wurde das Gemälde als anstößig, zynisch und nihilistisch empfunden. In der Zeit des Nationalsozialismus dann galten die Dada-Bilder von Dix, zu denen noch weitere Darstellungen mit Kriegsversehrten gehören, als „wehrzersetzend“ und „entartet“. Umseitig hat der Künstler die Leinwand mit „Skatklub ehemaliger 342er“ beschrieben. Damit bezog er sich auf ein Regiment, das während des Krieges aufgestellt gewesen war. Dix selbst hatte den Ersten Weltkrieg ohne körperliche Schäden überstanden. Spurlos sind die erlebten Grausamkeiten jedoch nicht an ihm vorübergegangen: Bis ins hohe Alter wurde er von Albträumen aus dieser Zeit heimgesucht. | Sven Beckstette