Insel
Objektbeschreibung
Blicken wir aus der Vogelperspektive auf Görkes „Insel“? Man könnte meinen, schemenhaft den Umriss einer runden Form in hellen Pinselstrichen zu erkennen. Oder handelt es sich bei den dynamisch miteinander interagierenden Flächen in gedeckten, oft mit Weiß gemischten Farbtönen um eine gänzlich abstrakte Darstellung? Jedenfalls entfernt sich die 1942 in Berlin geborene Malerin und Grafikerin, die in den 1960er-Jahren an der dortigen Kunsthochschule Weißensee studierte, mit ihrem expressiven Bild ästhetisch weit von dem Sozialistischen Realismus, der als Leitbild für das künstlerische Schaffen in der DDR dekretiert worden war. Nach dem Studium richtete sich die Malerin und Grafikerin ein Atelier in einer alten Möbel- und Sargtischlerei in Woltersdorf bei Berlin ein und war freischaffend tätig. Sie führte zahlreiche Aufträge im öffentlichen Raum aus. Wegen der Verbreitung eines Friedensappells der Evangelischen Kirche wurde sie 1982 von der Staatssicherheit verhaftet und reiste 1984 aus der DDR aus. Görke ließ sich in Blomberg bei Detmold nieder und kehrte 1996 nach Woltersdorf zurück, wo sie bis heute lebt und arbeitet. | Lisa Hackmann